Vereinsgründung

Text: Helmut Schmitt und Emmi Planz

Die meisten deutschen Wandervereine sind dem so genannten „Internationalen Volkssportverband e.V." (IVV) angeschlossen. Der IVV, 1968 in Lindau am Bodensee gegründet durch Vereine aus Deutschland, der Schweiz, Liechtenstein und Österreich, bekundet als Leitmotiv: „Die Welt des IVV hat etwas mit Spaß an der Freude zu tun, und dabei tut man noch etwas Gutes für die Gesundheit und seine körperliche Fitness in Gemeinschaft mit anderen netten Menschen. Leichtes Training ohne Stress ist das Ziel. Der Teilnehmer wählt die Sportart aus, die Länge der Strecke und die Schnelligkeit. IVV-Veranstaltungen bieten Volkssport für Jedermann. Jeder ist willkommen. IVV-Mitgliedsverbände organisieren jedes Jahr Tausende von Volkssport-Veranstaltungen für Menschen jeden Alters."

Mittlerweile gehören dem IVV mit Sitz in München (seit Januar 1972) folgende Nationen an: Österreich, Belgien, Kanada, Tschechien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Griechenland, Ungarn, Island, Italien, Japan, Korea, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Polen, Slowakische Republik, Schweden, Schweiz/Liechtenstein und die Vereinigten Staaten von Amerika (USA). Der Deutsche Volkssportverband (DW) wurde 1970 in Scheyern (Bayern) ins Leben gerufen.

Der Verein Wanderfreunde Angenrod ist einer der jüngeren Vereine im Dorf. Er wurde 1978 gegründet und besteht jetzt seit etwa 28 Jahren. (Abb. 291) Die Eintragung in das Vereinsregister des Amtsgericht Alsfeld als „e.V." (eingetragener Verein) erfolgte erst in 1991.

Gewandert wurde in Angenrod bereits einige Jahre vor der Gründung des Vereins. Es fanden auch schon gemeinsame Wanderfahrten zu Wandertagen anderer Vereine statt. Dazu wurden meist Fahrgemeinschaften gebildet. In dieser Zeit wurden die Fahrten von der Alsfelder Brauerei organisiert und unterstützt.

Die Idee, einen Wanderverein zu gründen, entsprang dem Wunsch, auch in Angenrod einen Wandertag zu veranstalten. Die Wanderer hatten sich schon oft bei anderen Vereinen umgesehen und beobachtet, wie diese ihre Wandertage organisieren und durchführen. Sie merkten bald, dass dazu eine Menge Vorbereitung und viele bereitwillige Helfer nötig sind. Eine tatkräftige Mannschaft musste gebildet werden, die eine solch große Veranstaltung durchführen konnte. Doch, wie sollte diese Mannschaft zusammengesetzt sein, wer sollte alles organisieren und leiten? Wie konnte die Finanzierung gesichert werden? Es wurde viel überlegt und beraten. Auch die Möglichkeit, sich einem der bestehenden Vereine als Wanderabteilung anzuschließen, wurde in Betracht gezogen, aber rasch wieder verworfen. Man wollte sich schließlich die organisatorische und finanzielle Handlungsfähigkeit erhalten.

1978 – 20. Mai Gründung des Vereins

Die sinnvollste Lösung war deshalb die Gründung eines eigenen Vereins. Also trafen sich am 20. Mai 1978 im Dorfgemeinschaftshaus von Angenrod 24 Frauen und Männer und beschlossen, den Verein „Wanderfreunde Angenrod" zu gründen. Das Ergebnis der Versammlung konnte sich sehen lassen, wie das Gründungsprotokoll dokumentiert. Eine Mannschaft voller Tatendrang hatte sich zusammengefunden, die auch sofort loslegen wollte. Das Motto lautete: „Wir veranstalten jetzt einen Wandertag in Angenrod."

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Zunächst musste sich der Verein einem Dachverband anschließen. Denn nur so konnte man eine Vielzahl von Wanderern in der näheren und weiteren Umgebung ansprechen und auf das bevorstehende Ereignis aufmerksam machen. Dann sollte ein geeigneter Termin für den Wandertag gefunden werden. Auch den erhielt man nur über den Dachverband, damit es keine Überschneidung mit anderen Wandertagen in der Nähe gab.

Solche und viele weitere Fragen über die Organisation des Vereins und die Durchführung des geplanten Wandertags stellten sich in der ersten Zeit. Die Mitglieder des Vorstands hatten noch wenig Erfahrung mit diesen Dingen. Da war es gut, dass sie sich an die benachbarten Vereine und deren Vorstandsmitglieder wenden konnten. Diese halfen dann auch mit Rat und Tat. An erster Stelle ist hier der leider schon verstorbene Herr Glatzel von der Wandergruppe Storndorf zu nennen. Er war mit seinen Anregungen und Tipps eine große Hilfe in der Anfangszeit des Vereins und stets ein bereitwilliger Ansprechpartner. Der Verein schloss sich dem Deutschen Volkssportverband (DW) im Internationalen Volkssportverband (IVV) an.